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Nr. I/II/III/2018 II/III/IV/2017
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Pflege-Jungbestand:

News vom 04.04.2019

Grundvoraussetzung für stabile, klimatolerante Wälder

Wie bereits in den vergangenen Herbstversammlungen angekündigt, wurde von der WBV Rosenheim w.V. – zusammen mit den Revierleitern des AELF, Tobias Büchner und Ulrich Guggenberger, - zum ersten Mal eine Jungbestandpflegeschulung durchgeführt. Im Zeitalter des Klimawandels ist es uns als Ihrer WBV ein Anliegen, unsere Mitglieder in diesem, für die Stabilität unserer Wälder so wichtigen Thema, aktiv weiterzubilden. Die große Resonanz bei den Anmeldungen hat gezeigt, dass auf diesem Gebiet großer Nachholbedarf besteht. Dies rechtfertigt den doch recht hohen Aufwand, sei es organisatorisch und auch finanziell, der für eine solche Veranstaltung erforderlich ist.

Die erste Veranstaltung war für die Revierbereiche der beiden Amtsförster Büchner und Guggenberger vorgesehen und fand am 07.03.2019 in der Nähe von Höslwang statt. Nach der Begrüßung durch Herrn Maier, AELF Rosenheim, und Herrn Höhensteiger, Vorstand der WBV, besuchten die durchweg sehr interessierten Mitglieder insgesamt sechs verschiedene Stationen beim vorgegebenen Parcours. Dabei wurden den knapp 100 Teilnehmern alle wichtigen Informationen zum Thema Pflege in Jungbeständen vermittelt und auch an praktischen Beispielen erläutert.

  1. Station: Planung und Durchführung von Rückegassen und Pflegepfaden
    Es wurde dabei sehr schnell klar, dass zur Bewirtschaftung von Waldflächen eine systematische Erschließung mit Rückegassen unerlässlich ist. Auch die praktische Durchführung mittels verschiedener Messverfahren wurde erklärt.

  2. Station: Waldbauliches Vorgehen in einem nadelholzdominierten Jungbestand
    Die Schulungsteilnehmer konnten am praktischen Beispiel die Auszeichenmethoden zur Erhaltung von Mischbaumarten, sowie zur besseren Verteilung der Höhen- und Durchmesserstruktur erlernen. Auch im Hinblick auf den Klimawandel gewinnt die Erhaltung und Begründung von strukturreichen Mischbeständen immer mehr an Bedeutung.

  3. Station: Praktische Umsetzung bei der Holzernte
    Hier wurden von einem Forstwirtschaftsmeister die verschiedenen Schnitttechniken und Arbeitsverfahren am konkreten Beispiel gezeigt. Die Teilnehmer erlernten ergonomische Arbeitsabläufe und händische bzw. teilmechanisierte Verfahren sowohl in der Pflege als auch beim Aufschneiden von Rückegassen. So wurde beispielsweise ein seilwindenunterstütztes Verfahren vorgeführt, um Bäume in einem dichten Bestand zu Fall zu bringen.

  4. Station: Kosten - und Erlössituation in der Pflege
    Die Erlöse der zu erwartenden Sortimente wurden den Kosten gegenüber gestellt. Dabei wurde den Teilnehmern bewußt, dass mit einer Pflege in jungen Beständen kein großer Gewinn zu erwarten ist.

    Unabhängig davon ist eine richtig durchgeführte Jungbestandspflege eine Investition in die Zukunft im Hinblick auf Stabilität und Klimatoleranz. Auch staatliche Fördermöglichkeiten wurden thematisiert.

  5. Station: Waldbauliche Pflegeverfahren in laubholzreichen oder reinen Laubholzjungbeständen
    Hierbei wurde darauf eingegangen, dass für die Pflege von Edellaubholzbeständen andere Kriterien gelten als bei Nadelholzbeständen. Bei Laubholz ist das Produktionsziel Wertholz, beim Nadelholz ist es die Massenware.

  6. Station: Praktisches Auszeichnen
    An der letzten Station konnten die Teilnehmer selbst Hand anlegen und eine kleine Teilfläche mit Edellaubholz nach den vorher gezeigten Kriterien auszeichnen. Hierbei wurde die Bedeutung der einzelnen Merkmale noch einmal am konkreten Beispiel diskutiert.

Mit einem gemeinsamen Weißwurstessen im GH Waldwinkel in Almertsham, wo weiter rege diskutiert wurde, klang diese lehrreiche und sehr praxisorientierte Veranstaltung aus.

Die in einer Warteliste aufgenommenen, weiteren 40 Interessenten, die wir aus Kapazitätsgründen für unsere erste Schulung nicht berücksichtigen konnten, werden in den nächsten Wochen zu einer weiteren Schulung eingeladen.

Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema werden im Laufe des Jahres für alle Obmannschaften der WBV Rosenheim durchgeführt. Dabei werden wir auch auf regional typische Bedingungen eingehen, da z.B. im Bergwald andere Kriterien zu beachten sind als im Flachland.
Anton Wechselberger











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